Märchen

SPEZIAL #1 Der Lauschkurz
Parigis Abenteuer

5. April 2017

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Beschreibung:

Der kleine Lauschkurz Parigi hatte sich beim Spielen mit seinen Freunden im Wald verirrt. Dann traf er die Hexe Schirora…

Hinweis:

Der folgende Text dient nicht zum Lesen der Geschichte – das würde das Konzept der KurzHÖRgeschichten obsolet machen. Er dient lediglich als „Anleser“, damit du einen besseren Eindruck von der Geschichte erhältst und enthält lediglich die ersten ~ 400 Zeichen.

Geschichte:

Es war einmal ein kleiner Lauschkurz.

Vielleicht habt ihr von Lauschkurzen noch nichts gehört – die verstecken sich ganz, ganz tief im Wald. Immer an den Orten, wo sich Menschen niemals hin verirren. Wobei das sehr schade ist. Lauschkurze sind nämlich unglaublich süß. Sie passen genau in die Hand eines Menschen und sehen aus wie kleine Panther. Sie haben spitze Ohren und ihr ganzer Körper besteht aus Federn, die aber weich und flauschig wie Fell sind. Außerdem haben sie einen Schwanz, der genauso lang wie ihr Körper ist. Und wenn es sie an ihrer kleinen pinken Nase juckt, dann können sie sich mit ihrem Schwanz selbst die Nase kratzen. Es gibt sie in vielen verschiedenen Formen und Farben – aber unser kleiner Lauschkurz, um den es geht, ist dunkelgrau. Er heißt Parigi.

An den Seiten seines Körpers hat er zwei kleine Flügel, die aber erst noch auswachsen müssen. Erst wenn Lauschkurze ein Jahr alt werden, können sie alleine fliegen. Bis dahin müssen sie auf dem feuchten Waldboden hin- und herlaufen und sie ernähren sich von Baumwurzeln, die sie mit ihren kleinen Krallen ausgraben. Die Bäume sind den Lauschkurzen deswegen nicht böse und die Lauschkurze selbst fressen auch niemals die ganze Wurzel – immer nur so viel, wie sie gerade brauchen.

Parigi hat gerade mit seinen Freunden im Wald gespielt. Sie tobten um die großen alten Bäume und sprangen an ihnen hinauf. Manchmal spielten die Bäume mit – und ließen Blätter auf die kleinen Lauschkurze fallen, die dann darüber stolperten und sich mehrmals überschlugen. Mit ihren kleinen Flügelchen plusterten sich die Lauschkurze dann auf, um die Erde aus ihren Federn zu schlagen.

An diesem Tag war es wunderschön im Wald. Die Sonne schien durch die Bäume und es war angenehm warm. Vor wenigen Stunden hatte es geregnet und ab und zu tropfte Wasser durch die dichten Baumkronen, das auch Parigi ab und zu auf den Kopf fiel, sodass er sich schüttelte. In diesem Moment fiel ihm wieder ein dicker Wassertropfen auf den Kopf, als er zwei Freunde von sich verfolgte und mit seinen kleinen Pfoten über den Waldboden hüpfte. Parigi stellte seine ganzen Federn auf und sah auf den Boden vor sich. Dort war eine kleine Pfütze. Er sah hinein und sah sein Spiegelbild, das er eingehend betrachtete.

„Wie ich wohl später mal aussehe?“, fragte Parigi die Pfütze.

Wenn Lauschkurze geboren werden, müssen sie erst alleine im Wald bleiben. Sobald sie ihre Augen öffnen, sind sie alleine im Wald. Das findet ihr vielleicht gruselig, für Lauschkurze ist das aber vollkommen normal. Sie haben ja ihren Instinkt. Und so finden sie ihre Spielkameraden und warten darauf, dass sie endlich erwachsen werden. Manchmal rätseln die Lauschkurze  gemeinsam darüber, was wohl passiert, sobald sie alleine fliegen können. Die ein Jahr alten Lauschkurze kommen nämlich nie wieder zurück. Das erste Jahr ist also sozusagen wie ein Test – und keiner von ihnen weiß, was sie am Ende erwartet.

Als Parigi jetzt wieder von der Pfütze nach oben sah, war es unglaublich still. Nur weit entfernt hörte er ein paar Vögel zwitschern und das sanfte Rascheln des Windes durch die Blätter der Bäume. Er bekam Angst. Sein Schwanz rollte sich ein, wie das bei Lauschkurzen nun einmal war, wenn sie verängstigt waren, und er legte die Ohren an.

„Hallo?“, rief er. „Fera? Tantor?“

So hießen seine beiden besten Freunde, mit denen er gerade gespielt hatte. Sie waren alle drei zusammen am selben Tag im Wald aufgewacht und verbrachten seitdem  die ganze Zeit miteinander.

Es kam keine Antwort.

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