Kurzhörgeschichten

#9 Der Mörder
Wenn Töten Freude macht.

22. Februar 2017

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Beschreibung:

Moritz plante den perfekten Mord. Aber wie gut kannte er sein Opfer?

Hinweis:

Der folgende Text dient nicht zum Lesen der Geschichte – das würde das Konzept der KurzHÖRgeschichten obsolet machen. Er dient lediglich als „Anleser“, damit du einen besseren Eindruck von der Geschichte erhältst und enthält lediglich die ersten ~ 400 Zeichen.

Geschichte:

Er blickte auf die Leiche.

Moritz Lebolt stand vor dem leblosen Körper, der blutüberströmt war.

Ein Grinsen stahl sich auf sein Gesicht.

Endlich ein armseliges Schwein weniger, das diese Welt heimgesucht hatte.

Das Schwein war ein Mann, der ihm ausgestreckt zu Füßen lag.

Seine blauen Augen sahen geschockt aus und waren festgefroren. Bewegten sich nicht mehr. Die langen, dunklen Haare waren auf einer Plastikplane in allen Richtungen verteilt, die auf den kalten Fliesen lag.

Die Ehre, ihm die Augen zu schließen, wollte Moritz ihm nicht erteilen. Er hasste diesen Menschen mehr als jeden anderen auf der Welt.

Zufrieden blickte er auf die Leiche, deren Hals weit offen stand. Zerrissen von dem Skalpell, das Moritz noch in der Hand hielt.

Dann sah er in den Spiegel, der ihm gegenüber an der Wand hing.

Das Badezimmer war vom Tageslicht erhellt und er konnte sich selbst gut erkennen. Sein markantes Kinn, der entschlossene Ausdruck in seinem Gesicht und das mit Blutspritzern bedeckte weiße T-Shirt.

Das war genau das Gefühl, das er gesucht hatte.

Richtig befreiend fühlt sich das an, dachte er und holte tief Luft. Besser als Sex. Darauf sollte ich direkt mal eine rauchen.

Eine Gänsehaut breitete sich auf seinen Armen aus und er hatte das Gefühl, dass er jetzt ein besserer Mensch war.

 

Es war dunkel. Nur eine Stehlampe in einer Ecke des Wohnzimmers erhellte den Raum und verlieh ihm durch die langegezogenen Schatten eine düstere Atmosphäre. Till saß auf der mit grünem Stoff bezogenen Couch und hockte über den braunen Holztisch gebeugt. Der Fernseher, der ihm gegenüber stand, war ausgeschaltet. In diesem Raum hätte man eine Stecknadel fallen hören können.

Das einzige Geräusch, das zu hören war, war das leise Kritzeln des Bleistiftes auf Papier. Till krallte sich mit den nackten Füßen in den Teppich, der unter dem Tisch lag, bemerkte es aber nicht. Mit einem Stirnrunzeln und völliger Konzentration blickte er auf das langsam voller werdende Papier.

Diesen einen Satz schreibe ich noch. Das passt einfach perfekt.

Er hielt einen Teil seines Tagebuchs hoch und richtete sich auf, damit der Schein der Lampe, der ihm im Rücken lag, auf die geschriebenen Zeilen fiel.

Er las den Text.

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